Auswertung der Fahrten zur Arbeit

Seit über einem halben Jahr fahre ich nun täglich mit dem Auto morgens zur Arbeit und abends zurück. Da ich in Stuttgart, der Stadt mit Deutschlands längsten Verzögerungen auf Grund von Stau wohne, habe ich meine Fahrten per Smartphone, GPS und der App Torque aufgezeichnet. Allerdings nicht nur Fahrten zur Arbeit, weshalb die Daten nicht ganz sauber sind. Jedenfalls ist es nun mal an der Zeit, die Log-Dateien auszuwerten. Dazu habe ich die Dauer und Durchschnittsgeschwindigkeit nach Wochentag und Vormittag bzw. Nachmittag aufgetragen.Dauer gegen Wochentag

Die Auswertung erfolgt mit einem kleinen Perl Skript, welches die Informationen aus den original Log-Dateien extrahiert und anschließend an das Statistikprogramm R übergibt, welches die hübschen Boxplotts erzeugt. Die Skripte stelle ich unter GLP v3, viel Spaß damit.

Leider gibt das Ergebnis nicht besonders viel her. Mein Bauchgefühlt sagte mir, dass ich Montags immer am längsten unterwegs bin, tatsächlich stehe ich aber fast immer gleich lang im Stau.

Update: Inzwischen habe ich die Auswertung noch ein wenig erweitert. Mit Hilfe der GPS Daten wird die gefahrene Distanz ausgerechnet. Damit werden nun ausschließlich die Fahrten zwischen dem Arbeitsplatz und Zuhause betrachtet. Zusätzlich habe ich die Dauer über die Startzeit zu der ich losgefahren bin aufgetragen. Offenbar sind es noch zu wenig Daten um genaue Aussagen machen zu können, aber gewisse Trends sind erkennbar.

Dauer über Startzeit

Balkonpflanzen im Zeitraffer

Was passiert, wenn die Freundin beschließt, in der neuen Wohnung Balkonkästen anzupflanzen? Klar, man lässt sich von dieser Liebe zur Gärtnerei anstecken, aber natürlich auf seine Weise. Ich will schließlich ganz genau wissen, wie die Pflanzen sich so machen. Wenn man dann noch zusätzlich eine alte Digitalkamera, die eine Serienbildfunktion mitbringt, in die Hände bekommt, dann ist eigentlich klar wohin die Reise geht. Alle zehn Minuten wird automatisch ein Bild gemacht um daraus ein Zeitraffer Video zu erstellen. Und so sah der „Versuchsaufbau“ aus:

Leider bietet die Kamera nur an, maximal 99 Fotos in der Serienbildfunktion zu machen, folglich musste ich in den letzten 54 Tagen jeden Tag morgens die Kamera starten und abends die Bilder übertragen, aber das war mir der Spaß Wert. Leider habe ich die Kamera erst aufgebaut, als die Pflänzchen schon sieben Tage eingesäht waren, aber am Anfang war sowieso nicht viel zu sehen. Herausgekommen ist folgendes Video:

Damit ich nicht umständlich jedes mal alle Befehle zur Erstellung des Videos von Hand eingeben muss, habe ich ein paar Skripte erstellt, die ich an dieser Stelle veröffentlichen will. Diese skalieren alle Bilder auf ein richtiges Format und erstellen ein h264 Full HD Video unter Linux. Ein besonders Schmankerl ist ein Perl-Skript, welches aus den Exif Zeitstempel der Bilder ein Untertitel erstellt, der mit dem Video in ein Matroska Container gepackt wird. Insgesamt braucht mein PC (64 Bit Ubuntu, Intel® Core™ i5-2500K CPU @ 3.30GHz × 4, 4 GB RAM) für die 3.655 Bilder stattliche 57 Minuten und 10.294 Sekunden.

Leider schwankt die Helligkeit sehr stark, falls jemand eine gute Methode bekannt ist, dies nachträglich noch zu filtern, wäre ich für einen Hinweis dankbar. Nachträglich würde ich jedenfalls den Weißabgleich und Fokus fest einstellen.

Von Computerzeitschriften zu Armbanduhrenverschleiß

Dank eines wunderbaren Geburtstagsgeschenks bin ich seit kurzem wieder Abonnent der Computerzeitschrift c’t, meiner Meinung nach die beste deutschsprachige Zeitschrift, wenn man sich allgemein über Hard- und Software informieren möchte.

Die c’t veranstaltet ein Projekt namens „Mach flott den Schrott 2“. Dabei können Projekte und Basteleien aus ausgedienter oder nicht mehr funktionierender Computerhardware eingereicht werden, um anschließend von einer Jury bewertet zu werden. Weitere Infos dazu finden sich auf der Projektseite www.machflott.de.

Da mich die kreativen Ideen der eingereichten Projekte immer wieder faszinieren, folge ich dem Projekt bei twitter. In der timeline fand ich nun die Empfehlung für eine wirklich sehenswerte Arte-Dokumentation „Kaufen für die Müllhalde“.  Die Dokumentation gibt interessante und aufschlussreiche Einblicke in die geschichtliche Entwicklung unseres Wirtschaftssystems. Sie zeigt, dass Glühbirnen über 100 Jahre alt werden können und Strumpfhosen keine Laufmaschen haben müssten. Sie behandelt das Problem der Entsorgung von Elektroschrott und beweist nebenbei und ganz am Ende, wie effizient russische Hacker Probleme lösen können. Allgemein geht es um den Begriff der geplanten Obsoleszenz, von dem ich bisher zwar noch nie etwas gehört, dessen Effekte mir rückblickend aber durchaus bereits aufgefallen sind.

Bei der Verlinkung auf den entsprechenden Wikipedia Artikel konnte ich es kaum fassen, als ich sah, mit welchem Produkt die geplante Obsoleszenz dort erläutert wird. Ich selbst habe die dort abgebildete Armbanduhr CASIO WaveCeptor seit Jahren jeden Tag an und meine Uhr sieht ebenso verschlissen aus. Aus Trotz werde ich meine Pläne, mir bei Gelegenheit mal eine neue Armbanduhr zu leisten, jetzt noch ein wenig verschieben.

Obsoleszenz

Städtereise Rom

Nach der erfolgreichen Abgabe meiner Bachelorarbeit habe ich mir zusammen mit meiner Freundin eine fünftägige Städtereise nach Rom gegönnt. Da für die An- und Abreise bereits zwei Tage fast vollständig aufgebraucht wurden, blieben nur drei Tage Zeit, um die vielen Sehenswürdigen der Hauptstadt Italiens zu besichtigen. Von der körperlichen Anstrengung her gesehen war der Urlaub deshalb wenig erholsam, doch verschafft die Besichtigung einer so großen und geschichtsträchtigen Stadt eine Vielzahl von sehr schönen und interessanten Eindrücken, die die Strapazen wieder ausgleichen. Zudem konnten wir die verbrauchten Kalorien jeden Abend beim Genuss der italienischen Küche wieder sehr schmackhaft zu uns nehmen.

Natürlich konnte ich bei einer solchen Reise meine Kamera nicht zu Hause lassen und habe auch einige Fotos gemacht. Dabei sind auch die folgenden Panoramas entstanden, welche aus Einzelmotiven mit Hilfe der open-source Software Hugin erstellt wurden.

Für Interessierte: Die Fotos wurden mit der Kamera Ricoh Caplio R5 gemacht, der von Hugin abgefragte Brennweitenverlängerungsfaktor (englisch: Crop Factor) ist bei diesem Modell 6.08696, was bei kleinst möglicher Brennweite einem Öffnungswinkel von 63.44° entspricht. Diese Werte habe ich selbst berechnet, da ich sie nicht im Internet auffinden konnte. Weitere Hinweise zur Verwendung von Hugin, unter anderem zur Berechnung des oben genannten Faktors finden sich hier.

Nun aber genug der Worte, hier sind nun die Bilder, deren Entstehungsorte ich in der Karte am Ende des Artikels zusätzlich festgehalten habe.

Like This!

NXTexas – a LEGO Mindstorms Texas Hold’Em Dealer

Heute war es endlich soweit: der NXTexas funktioniert!

NXTexas, das ist ein Texas-Hold’Em-Poker-Dealer, auf Basis von Lego NXT. Er entstand im Rahmen einer Studienarbeit an der DHBW-Stuttgart und wurde von einem Kommilitonen und mir innerhalb von zwei Semestern (an der DHBW entspricht dies 6 Monaten) entwickelt.

Nach der Hardware, welche im letzten Semester aufgebaut wurde, ist nun auch die Software fertiggestellt. Sie ist in Java auf der Basis des freien Frameworks lejos programmiert und besteht aus circa 20 Klassen. Inzwischen funktioniert auch die automatische Spielererkennung mittels Ultraschallsensor, die Berechnung der Auswurfgeschwindigkeit anhand der Spielerdistanz, die Erkennung des Füllstandes der Kartenfächer und nicht zuletzt die interne Kommunikation der beiden verbauten Steuergeräte bzw. NXT-Bricks über ein selbst entwickeltes bluetooth-Protokoll. Wie das ganze in der Ausführung aussieht, kann man in folgendem Video sehen:

Weiter Informationen zu der Studienarbeit finden sich auf der Projektseite code.google.com/p/nxtexas/. In den nächsten Wochen wird außerdem die Dokumentation der Software fertiggestellt werden (müssen), der erste Teil über die Hardware und Entwicklungsplattformen ist bereits auf der Projektseite einsehbar.

POVRay Projekt

Für die Vorlesung Computer Graphics habe ich letzte Woche eine Semesterarbeit abgegeben, deren Aufgabe darin bestand, ein beliebiges Modell in POVRay zu erstellen. POVRay ist eine quelloffene RayTracing Software und  bietet somit eine der besten Methoden, realistisch aussehende Bilder zu erstellen.

Posaune auf Bühne, gerendert mit PovRay

Erstes Ergebnis der "Posaune auf Bühne"

Die Renderzeit, also die Zeit die das Programm zur Erstellung dieses Bildes brauchte, betrug circa 30 Minuten. Man kann allerdings noch weitere Funktionen einschalten, so wurden im folgenden Bild Photons, Radiosity, Media und Camera-Blur eingeschaltet. Die Renderzeit erhöhte sich nun auf 5:37 Stunden. Die Frage, ob sich die Vervielfachung der Rechenzeit wirklich geleistet hat, darf jeder für sich selbst beantworten.

Posaune auf Bühne, erstellt mit POVRay

Version 2 der "Posaune auf Bühne"

Zum Motiv: Da ich Posaune spiele und mir Anfang dieses Jahres eine neue Posaune, eine CONN 6H aus der Jahr 1968 (aber neu lackiert) geleistet habe, lag es natürlich nahe, diese zu modellieren.

Snowfix.tv

Mein Aufenthalt in China ist nun schon mehr als vier Wochen her und die Theoriephase an der DHBW hat wieder begonnen. Ich habe meinen Blog aber nicht nur wegen China angefangen und möchte nun auch wieder andere Themen, die ich interessant finde, veröffentlichen.

Und an dieser Stelle muss ich einfach mal den meiner Meinung nach besten Ski und Snowboard Podcast vorstellen. Ich habe ihn bei iTunes vor drei Jahren entdeckt, als ich nach meinem Skiurlaub noch voller Enthusiasmus war. Tim, Jools und Charlie, die drei britischen Moderatoren stellen auf witzige und unterhaltsame Weise Neuigkeiten aus dem Ski und Snowboardbereich vor. So werden Filmausschnitte von Veranstaltungen und Messen gezeigt und neue DVD-Erscheinungen vorgestellt. Allen, die sich für dieses Thema interessieren, kann ich nur einen Besuch der Seite www.snowfix.tv empfehlen.

Farewell dinner

Bereits am Mittwoch habe ich vor meinem Team eine 30-minütige Präsentation über die Ergebnisse meines Praktikums auf Englisch gehalten. Ich war ziemlich nervös deshalb, doch es lief ganz gut und die kleinen Fehler in meinem Englisch, die sicherlich zu finden waren, sind den chinesischen Kollegen wohl eher nicht aufgefallen.

Am Donnerstag hatte ich dann das Abschlussgespräch mit meinem Betreuer, der sich mit meinen Leistungen ziemlich zufrieden zeigte so wie ich mich mit der erhaltenen Note. Nachdem mein Betreuer alle möglichen Dokumente für die BA und Bosch unterschrieben hatte, hatte ich Zeit mich um einen Fahrer zum Flughafen zu kümmern und eine farewell-E-Mail zu verfassen. Außerdem galt es noch Daten zu sichern, wobei mir heute aufgefallen ist, dass ich prompt etwas vergessen habe, das ich aber von Deutschland aus noch laden kann.

Das team, in dem ich 3 Monate gearbeitet habe

Abends wurde von meinem team für mich dann ein farewell dinner veranstaltet. Wir sind chinesische Essen gegangen und danach auf meinen Wunsch noch zum KTV, also Karaoke singen. Allerdings war mein Betreuer leider nicht mehr dabei, er ist bereits auf dem Weg nach Deutschland. Ich hatte gehört, dass Chinesen total auf Karaoke abfahren und wollte das unbedingt noch miterleben bevor ich China verlasse. Und ich muss sagen, mein Projektleiter kann wirklich erstaunlich gut singen. Ich selbst habe „Right here waiting for you“, „Dancing Queen“,  „Country Roads“, „Heal the world“ und als krönender Abschluss das „My heart will go on“ gesungen. Auch wenn es mir viel Spaß gemacht hat zeugen die Videos die ich gemacht habe nicht wirklich von meinen sängerischen Qualitäten.

Rechts im Dunkeln bin ich beim Country Roads singen; das Video erspare ich euch

Ich finde die alle 2-3 Monate stattfindenden teambuilding events, zu denen auch mein farewell dinner zählt, eine großartige Idee. Zudem ist im September noch „outing“, bei dem das gesamte team einen Wochenendausflug unternimmt. Die Kosten dafür werden übrigens meistens vollständig von der Firma übernommen. Ich weiß nicht, ob das in chinesischen Firmen allgemein, oder nur bei Bosch in China gemacht wird, doch hilft es sicherlich, das team zusammenzubinden und könnte meiner Meinung nach auch in Deutschland übernommen werden.

Am Freitag abend wird dann noch Abschied von den anderen Interns genommen, am Samstag gepackt und am Sonntag ist checkout der Wohnung und die Fahrt zum Flughafen steht an. Sebastian hat den gleichen Rückflug wie ich. Wir wollen schon um 14:00 Uhr in Suzhou losfahren, am Flughafen das Gepäck einchecken um dann noch in den Genuss des 430 km/h schnellen Maglev zu kommen. Dieser verbindet den Pudong Airport mit der Innenstadt von Shanghai, wo wir unser letztes Abendessen geniesen wollen, bevor das Flugzeug um 23:55 Uhr startet.

Schon jetzt habe ich ein lachendes und ein weinendes Auge wenn ich daran denke, China zu verlassen. Einerseits freue ich mich wieder sehr auf Deutschland, meine Freundin und die Familie und Freunde, den Sprudel und die Brezeln, und die Leute um einen herum zu verstehen; Andererseits hat es mir in China gut gefallen, ich habe mich gut eingelebt, viele neue Freunde gefunden und es gibt noch eine gewaltige Menge zu sehen, für die ich nun leider keine Zeit mehr habe.

eine großartige Id.ee

Tongli

Bereits letzten Samstag habe ich zusammen mit ein paar anderen Praktikanten die Wasserstadt Tongli besucht. Zwar hört man oft, Suzhou selbst sei das Venedig des Ostens, eigentlich sind es jedoch die kleinen Städte in Suzhous Umgebung.Von diesen ist Tongli wohl die Berühmteste und liegt circa 40 km südlich von Suzhou. Die Taxifahrt kostet grob 100 RMB, wenn man zu viert fährt ist die 30 minütige Fahrt für 2,50 € pro Person zu haben.

Tongli, Danke an die Fotografin Anna

In Tongli selbst, für dessen Altstadt man 80 RMB Eintritt bezahlen muss, gibt es zahlreiche Gärten und Tempel zu besichtigen. Hat man jedoch einen Garten gesehen, so sind die anderen nichts besonderes mehr, denn mehr oder weniger sehen alle gleich aus.

In dem ersten Garten haben sich vier Praktikantinnen traditionelle, chinesische Kleidung geliehen, und der andere Praktikant und ich hatten das Vergnügen, mit insgesamt 6 Kameras bewaffnet Fotos zu schießen. Ein paar davon sind allerdings auch ganz ansehnlich geworden…

Die vier Praktikantinnen in den geliehenen Gewändern

In Tongli gibt es weiterhin das erste chinesische Sex Museum, das natürlich auch besucht werden musste. Die Ausstellung fand ich jetzt nicht besonders aufregend, die meisten Exponate waren aus der Antike.

Anschließend leisteten wir uns noch eine Bootsfahrt auf dem Kanal, und man kam sich auch wirklich ein wenig wie in Venedig vor. Danach fuhr ein Teil bereits nach Hause, während ich mit der anderen Hälfte noch chinesisch Essen gegangen bin. Insgesamt war es ein wirklich schöner Ausflug, auch dank des hervorragenden Wetters.

auch das sieht man noch in Tongli