Arduino als Oszilloskop rettet Röhrenradiobausatz

 

Vor ein paar Jahren habe ich den „Retroradio Deluxe UKW-Röhrenradio“ Bausatz von Franzis zusammen gelötet. Das Radio scheint es nicht mehr zugeben, aber ein paar Details darüber gibt es bei elektronik-labor.de. Leider hat der Bausatz nie funktioniert, auch nachdem alle Bauteile überprüft und Lötstellen ausgebessert worden sind, und mit einem Multimeter kommt man irgendwann auch nicht mehr weiter.

Dieses Jahr habe ich gleich zwei Elektronik Adentskalender von Conrad geschenkt bekommen, den klassischen und einen mit einem Arduino Nano Klon. Erfreulicherweise hat Conrad die Beschreibungen auch online gestellt, inklusive der vergangenen Jahre. Nachdem der Advent ja nun vorbei ist, kam mir die Idee mit Hilfe des Atmel ATmega328 des Arduino ein einfaches Software-Oszilloskop zu bauen. Damit könnte ich schließlich den Radiobausatz überprüfen.

Zu Arduino-basierten Software-Oszilloskopen gibt es bereits einige Anleitungen im Internet. Die meines Erachtens beste Umsetzung heißt Girino, denn sie verwendet einen Ringbuffer und setzt einige Konfigurationsbits des Atmels um den DAC maximal auszureizen. Die Firmware und der Aufbau der Vorverstärker wird  bei instructables.com sehr detailliert beschrieben, für die genaue Verdrahtung der Pins muss man aber genau lesen. Zum Glück wird dabei LM324 als Operationsverstärker verwendet, eben jener war dieses Jahr im klassischen Adventskalender von Conrad. Die Widerstände und Kondensatoren entsprechen nicht alle genau dem Girino Aufbau und auf die externe Spannungsversorgung hab ich auch verzichtet, es funktioniert soweit trotzdem.

Arduino Nano mit Girino Aufbau

Erfreulicherweise gibt es mit Girinoscope bereits eine Java-basierte Software zur Darstellung der Messungen, die auch gleich noch Infos zu ein paar Bugs in der Girino Firmware enthält. Diese funktioniert auch unter Linux und obwohl sie stets meldet, dass keine Verbindung zum Girino hergestellt werde konnte, zeigt sie beim nochmaligen Klicken auf den Record Button die Daten an.

Mit dem neuen Oszilloskop ging es nun wieder an die Fehlersuche im Röhrenradio. Das gesamte UKW Radio ist komplett in einem SMD-gelöteten IC enthalten und dessen Ausgang liefert auch beim besten Willen kein Signal. Um zu überprüfen, dass die Röhrenendstufe selbst fehlerfrei ist, habe ich am Rechner mit Audacity ein 440 Hz Sinus erzeugt und mittels eines alten 3,5″ Klinke Kabels an den entsprechenden Pin des UKW Radio ICs gegeben. Siehe da, das Radio lieferte einen Ton, der aber auch durch die Röhrenendstufe nicht schöner wurde. Das Signal konnte ich mir auch gleichzeitig mit dem Oszilloskop anschauen und so auch dessen Aufbau kontrollieren. Wie im Bild zu sehen ist, hängt noch ein 100 Ohm Widerstand zwischen Audiosignal und Schaltung und die Masse ist über einen 100 nF Kondensator und mit einem 10 KOhm gegen das Signal verbunden.

Natürlich kann man mit dem Aufbau nicht nur Testtöne sondern auch ganz normale Musik durch den Röhrenverstärker abspielen lassen. Und so komme ich letztendlich doch in den Genuss des warmen Klangs, wie das folgende Video beweist.

Audio an Röhrenverstärker

Audacity zur Signalgenerierung für Girinoscope

Wanderurlaub und eyeem.com

Über die beiden Feiertage Ende Oktober war ich in Ladis, Tirol. Aufgrund der Zwischensaison war es dort nicht viel los, allerdings mussten wir deswegen auch die 1.300 Höhenmeter auf den Gipfel zu Fuß bewältigen und konnten nicht mit der Seilbahn fahren. Gelohnt hat sich diese Wanderung aber auf alle Fälle, die Aussicht war grandios. Natürlich war auch die Kamera mit dabei. Die besten Fotos veröffentliche ich nun aber nicht mehr direkt hier im Blog, sondern unter eyeem.com/u/mfgpcm. Diese Plattform eines Berliner Startups bietet die Fotos dann zum Kauf an und pro verkauftem Bild erhält man einen Anteil. Besonders wenn man die Qualität der anderen Fotos betrachtet, glaube ich allerdings nicht, dass ich dort jemals Geld verdienen werde. Allein der Austausch mit anderen Fotografiebegeisterten ist es mir aber wert.
Moon beauty in Nature mountain mountain range sunset

Leseempfehlung

Bei mir ist Urlaubszeit gleich Lesezeit, deshalb möchte ich an dieser Stelle ein gutes Buch und einen interessanten Artikel empfehlen.

Das Buch „Turings Kathedrale: Die Ursprünge des digitalen Zeitalters“ von George Dyson beschreibt sehr detailliert und mit vielen Belegen die Entstehungsgeschichte von modernen Computern zwischen 1940 und 1960. Aus meiner Sicht hätten Babbages und Zuses Beträge gerne ausführlicher besprochen werden können, dafür habe ich viel über die Arbeit von von Neumann und seine Verbindung zu Turing erfahren. Besonders interessant waren für mich auch die von Dyson beschriebenen möglichen zukünftigen Entwicklungen, welche allerdings durch das Erscheinungsdatum des Buches von 2014 bereits teilweise überholt sind, besonders was künstliche Intelligenz betrifft. Außerdem macht sich der Autor Gedanken über die gesellschaftlichen Veränderungen, welche der vermehrte Einsatz von Computern mit sich brachte. Dabei zitiert er häufig ein Buch des Physik-Nobelpreisträgers Johannes Alfvén mit dem Titel „Die Saga vom großen Computer: ein Rückblick aus der Zukunft“ aus dem Jahr 1970.

Leider kann ich trotz des Alters keine freie Version von Alfvéns Buch finden, aber der Informatik-Professor Brunnstein hat 1973 in der Zeit einen Artikel geschrieben, der heute noch verfügbar ist und sich mit Alfvéns Buch auseinandersetzt. Diesen Artikel über 40 Jahre später zu lesen ist durchaus aufschlussreich, so sind viele Beispiele für die Anwendung von Computern heute normal, zum Beispiel online banking, oder zumindest möglich, zum Beispiel Lebensmittel nach Hause zu bestellen. Zum Glück hat sich seitdem auch das Frauenbild gewandelt. Soziale Medien und deren Möglichkeiten hat Brunnstein aber nicht vorhergesehen. Besonders bemerkenswert ist die im Artikel beschriebene Utopie vom „mündigen Bürger“ und was gegen sie spricht. Aber lesen Sie selbst.

P.S.: Registrierung notwendig?

Teneriffa

Über Pfingsten ging es für ein paar Tage auf die schöne Insel Teneriffa. Besonders gefallen hat uns die Abwechslung zwischen schwarzem Sand- oder Felsstrand und dem höchsten Berg Spaniens, dem Teide. Kulinarisch darf man allerdings nicht zu hohe Erwartungen an die Insel haben.

Anbei ein paar Impressionen, unter anderem von der beeindruckenden Wanderung von Masca hinab zum Meer und dem El Teide Nationalpark. Neben meiner DSLR hatte ich diesmal zusätzlich meine neue GoPro 5 Session Actioncam mit dabei, mit der ich eine Fahrt durch den Nationalpark im Zeitraffer und beim Schnorcheln ein paar Fische gefilmt habe. Viel Spaß beim Anschauen.

„Food Porn“ Teil 2

Anlässlich meines runden Geburtstages gab es ein fantastisches und ausgesprochen vielfältiges Fingerfood-Buffet. Die Zubereitung hat meine Frau und eine Freundin einen ganzen Samstag gekostet, an dieser Stelle nochmal meinen allerherzlichsten Dank!

In der Hektik musste ich mit Fotografieren ganz schön beeilen, die Bilder machen aber trotzdem wieder hungrig, wie ich finde.

Singapur und Bali

Dieses Jahr haben wir unseren Sommerurlaub auf der wunderschönen Insel Bali verbracht. Den Zwischenstopp bei der Anreise in Singapur haben wir kurzerhand um ein paar Tage verlängert, um auch diesen Stadtstaat kennenzulernen.

Die nachfolgenden Fotos sind auf dieser Reise entstanden. Viele davon habe ich mit meinem neuen Sigma 17-70 mm f/2.8-4 gemacht, welches ich als Ersatz für das Kit-Objektiv nur empfehlen kann.

50 mm in Budapest

Letztes Wochenende war ich in Budapest und hatte meine Kamera mit dabei. Da die typischen Weitwinkelaufnahmen der Sehenswürdigkeiten dieser schönen Stadt schon vielfach im Internet zu finden sind, habe ich nur mit dem 50 mm Objektiv fotografiert. Zusammen mit dem Crop-Sensor meiner Canon 100D zwingt diese Brennweite den Fotografen auf die Details zu achten. Mit einer Blende von maximal 1:1,8 lässt sich wunderbar Tiefenschärfe hinzufügen.

„Food Porn“

Über die Weihnachtsfeiertag und Silvester gab es bei uns wieder jede Menge köstliche Gerichte. Ein paar davon konnte ich gerade noch ablichten, bevor der Appetit zu groß wurde. Die größte Schwierigkeit bestand darin, die Blende und den Fokus richtig zu treffen, bevor die Nerven der Mitesser überstrapaziert wurden. An dieser Stelle möchte ich mich herzlichst bei der super Köchin bedanken: meiner Freundin!

Das Adventsessen:

Das Weihnachtsessen:

Das Nachtischbuffet an Silvester:

Alle Bilder sind unter der Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International License Creative Commons License lizenziert.

Urlaub im Südwesten der USA

Diesen Sommer waren meine Freundin und ich 5137 km im Auto unterwegs. Das soll Urlaub sein? Es war in der Tat manchmal ein wenig anstrengend, fast jeden Tag das Hotelzimmer zu wechseln, doch alleine die Landschaft im Südwesten der USA glich das wieder aus.

Nach einem Besuch in den Warner Bros Film Studios führte unsere Reise von Los Angeles über den Joshua Tree National Park (NP), Lake Havasu und die Route 66 zum Grand Canyon. Nachdem wird dort den Sonnenaufgang genossen haben, sind wir über das Monument Valley nach Page gefahren, um dort den Horseshoe Bend, den Antelope Canyon und den Glen Canyon Dam zu besichtigen. Anschließend ging es über den Bryce NP, den Zion NP und den Valley of Fire State Park nach Las Vegas. Nach einem Bummel über den Strip und ein bisschen Entspannung am Hotelpool haben wir uns durch den Death Vally NP getraut. Von dort ging es mit Zwischenstopps in Mammoth Lakes, Mono Lake und der Geisterstadt Bodie in den Yosemite NP. Nach einer etwas unruhigen Nacht im Zelt neben Bären und einer 22 km Wanderung mit 1000 Höhenmetern sind wir über den Calaveras Big Trees State Park zum Lake Tahoe gefahren. Von dort aus ging es weiter nach San Francisco, wo wir uns bei einer Hafenrundfahrt die Golden Gate Bridge auch von unten angesehen haben. Über die Route #1 mit Stopps in Monterey und Santa Barbara kamen wir nach 3 Wochen wieder in Los Angeles an.

Alles in allem war es eine unvergessliche Reise, die ich nur wärmstens empfehlen kann. Folgende Galerie zeigt ein paar der schönsten Eindrücke: