Schon mehr als eine Woche ist seit meinem letzten Post vergangen und so wird es meiner Meinung nach mal wieder Zeit für einen kleinen Zwischenbericht.
Zunächst ist wohl zu klären, warum ich nicht mehr so viel blogge wie in den ersten 2 Wochen. Nun, das mag daran liegen, dass ich mich nun ziemlich gut eingelebt habe und fast jeder Abend verplant ist. Andererseits gewöhnt man sich relativ schnell an die vielen kleinen Dinge, die den Unterschied zwischen Deutschland und China ausmachen. So vermisse ich Mineralwasser mit Kohlensäure oder Brezeln doch sehr. Beides ist hier zwar schon erhältlich, doch ziemlich teuer und auch nicht im nächsten Supermarkt, dem Auchan, der Supermarkt mit den 110 Kassen, zu bekommen.
Letztes Wochenende war ich mit meinem Mitbewohner Sebastian und 10 anderen Interns wieder in Shanghai zum Bogenschiessen; übersetzt auf Englisch übrigens archery. Und auch sonst hatten wir eine gute Zeit im Nachtleben von Suzhou und Shanghai und ich habe meinen ersten Besuch in einer chinesischen Disco hinter mir.
Ich hatte bereits vor zwei Wochen zwei Anzüge und zwei Hemden bei einem Schneider bestellt, die ich am Montag abholen konnte. Umgerechnet 140 € für maßgeschneiderte Kleidung ist wohl ein unschlagbares Angebot. Der Anzug passt wirklich sehr gut und ich hatte wohl noch nie eine so gut sitzende Hose. Auch die Qualität scheint mir sehr ordentlich, wobei ich das natürlich nicht im Detail beurteilen kann.
Mittags gehe ich nun nicht mehr so oft in die Kantine, sondern mit meinem Betreuer und anderen Expats, also Bosch Mitarbeitern, die 3 Jahre im Ausland arbeiten, in westliche Restaurants. Das ist zwar ziemlich teuer, doch ich erfahre so einiges über die internen Abläufe in der Firma und auch so manch anderes. Außerdem hatte ich, als ich mit meinen chinesischen Kollegen essen ging, das Problem, dass sie sich zwar bemüht haben englisch zu sprechen, doch sehr oft ins Chinesische wechselten, so dass ich nicht am Gespräch teilnehmen konnte. Das soll allerdings kein Vorwurf sein; ich denke einem Chinesen würde es in Deutschland oft auch so ergehen.
Dank Sebastian gleiche ich das westliche Essen wieder aus, denn seit letzter Woche gehe ich zwei mal pro Woche ins Fitnessstudio und bin noch ziemlich motiviert.
Mit meinem Projekt bin ich ganz gut vorangekommen, auch wenn es zwischenzeitlich wenig zu tun gab, so dass ich zwar die Software auf einem aktuellen Stand hatte, die Hardware aber nicht verfügbar war. Dafür ist mein Projektbericht in dieser Zeit umso länger geworden.
Inspiriert von Alexanders Blog will ich auch mal ein paar chinesische Autos beschreiben. Alle Taxis sind VW Santanas oder Passats. Hier hat VW oder dessen Joint Venture Partner sicher ein gutes Geschäft gemacht. Bei einem Taxi habe ich einen Kilometerstand von über 600.000 km abgelesen, das spricht natürlich für die Qualität. Neben den vielen Taxis sieht man viele GM bzw. Buicks oder Chevrolet, ferner französische Autos, z. Bsp. Peugeot und Nissan sowie Hyundai und Kia Motors. Deren Modelle haben häufig andere Namen oder sind mir gänzlich unbekannt. Ab und zu sieht man auch mal eine Mercedes S-Klasse, einen Porsche Cayenne oder einen Audi, allerdings längst nicht so häufig wie in Stuttgart. Dennoch ist China wohl der größte Markt für die Mercedes S-Klasse. Hinzu kommen immer mehr einheimische Marken wie BYD, Build your dream, Great Wall oder Cherry.

Dank der anderen Praktikanten werde ich vom Freitag abend bis zum Sonntag auf einen Trip in die gelben Berge mitgehen, worauf ich mich schon sehr freue. Warum dies so ist beantwortet folgendes Bild ganz gut, denke ich:

Cayenne
Verfasst von mfgpcm 




