Der Supermarkt

06.06.2009

Ich ließ mich vom Bahnhof zu einem Supermarkt bringen, der mir von meiner Vermieterin empfohlen wurde. Dort angekommen war ich zunächst erstaunt, dass man keinerlei Gepäckstücke mit in den Markt nehmen darf, es stehen aber genug Schließfächer zur Verfügung.

Im Eingangsbereich angekommen, kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Aus Deutschland bin ich große Supermärkte mit 20 oder 30 Kassen gewohnt. Doch hier waren Sage und Schreibe 110 Kassen nebeneinander. Von der 1. die letzte zu sehen war aber kaum möglich, es drängten sich so viele Menschen dazwischen umher. Diese Menschenmassen wurden auch im Supermarkt selbst nicht weniger. Ob der Zeitpunkt, Samstag Abend, daran Schuld ist, oder ob der Supermarkt immer so voll ist, kann ich bisher noch nicht sagen. Update: Inzwischen war ich Sonntag mittags nochmal dort, und es war noch voller!

110 Kassen parallel

Zu kaufen gibt es so gut wie alles. Von alltäglichen Sachen wie Fisch, Fleisch und Obst bis hin zu Brautkleidern, Autoreifen, Fernseher, Stühle, DVDs, usw. Nur Postkarten habe ich keine gesehen. Zu meinem Glück fand ich auch Milch, Cornflakes und Margarine, zwar auf deutschen Preisniveau, aber das chinesische Frühstück, eine kalte Suppe, werde ich wohl nicht ausprobieren. Ein kleines Hindernis gab es noch, denn ich fand im gesamten Supermarkt immer abgelaufene Produkte. Bislang habe ich eben das Neueste genommen, das ich fand. Doch Dank der englischen Beschriftung der Wurstpackung, habe ich die beruhigende Gewissheit, dass das abgedruckte Datum dem Produktionsdatum entspricht.

Auch Fahrräder gab es zu kaufen, und wo ich schon mal da war schlug ich auch gleich zu. Die Günstigsten kosten 299 RMB, also umgerechnet 26,13 €. Nach ein wenig Kommunikation mit Händen und Füßen bin ich nun stolzer Besitzer eines solchen Fahrrades, ohne Gangschaltung und Licht. Ein Schloss und ein Helm, wobei es Helme nur in der Kinderabteilung der Fahrräder gibt, waren auch schnell gefunden und ich machte mich auf den Weg zur Kasse. Dort wollte ich ein letztes Mal meine VISA Karte ausprobieren, was mir aber nur eine gefühlte 20-minütige Wartezeit einbrachte, wobei ich letztendlich doch in Bar gezahlt habe.

Mein neues Fahrrad

Der Heimweg mit dem Fahrrad war ein wenig abenteuerlich, schließlich habe ich nur eine grobe Ahnung vom Weg und den Verkehrsregeln. Es gilt die Grundregel, dass immer gehupt wird, wenn man überholen will, was auch den ständigen Geräuschpegel erklärt. Ansonsten habe ich mich bei Kreuzungen an die chinesischen Fahrradfahrer gehalten und da es hier von den Haupstraßen abgetrennte Fahrradwege gibt, bin ich auch gut angekommen, trotz einiger Umwege.


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