Die zweite Woche

09.06.2009

Die zweite Woche begann zunächst mit einem Zulieferergespräch, meinem Ersten. Nun ist die Entscheidung gefallen, welcher Micro-Controller verwendet werden soll und auch welche Entwicklungsplattform. Meine Aufgabe ist also zunächst, mich in die neue Plattform einzuarbeiten und ein wenig mit dem Prozessor vertraut zu machen. Meine Themenstellung ist auch schon soweit geklärt, dass ich sie morgen meinem Betreuer in Deutschland abgeben kann.

“Development and implementation of software for signal processing and distance calculation of a low cost Park Pilot” hört sich doch gut an, oder?

Es ist mir auch gelungen, ein wenig mehr Kontakte zu knüpfen, so dass ich nächstes Wochenende nicht mehr alleine die Stadt erkunden muss. So habe ich einem Teammitglied mein Leid geklagt und schon einen Tag später erhielt ich eine Mail, die auch an alle anderen deutschen “Interns”, also Praktikanten, ging.

Außerdem werde ich wahrscheinlich mit meinen Arbeitskollegen nach Wuxi fahren, einer Nachbarstadt von Suzhou, die nicht weit entfernt liegt und in der ein weiterer Bosch Standort ist. Dort gibt es einen sehr großen buddhistischen Tempel, den wir besichtigen wollen, worauf  ich schon sehr gespannt bin.

Dank sehr netten, chinesischen Kollginnen habe ich nun auch eine “Health-Card”, die es mir zusammen mit dem Bosch Ausweis erlaubt, das Schwimmbad und die Fitnessgeräte in dem “Swimming Complex” kostenlos zu benutzen. Ich habe mir fest vorgenommen, das gleich morgen mal auszuprobieren.

Beim Mittagessen gab mir die selbe Kollegin auch einen guten Sightseeing-Tipp. Als ich erzählte, dass ich bislang abends wenig zu tun habe, erklärte sich gleich der ganze Tisch bereit mitzukommen. Schon wenig später hatte ich eine E-Mail mit einem konkreten Termin. Besser kann es ja kaum laufen…

Auch mein Englisch wird von Tag zu Tag besser. In den ersten Tagen habe ich doch sehr gemerkt wie lange es her ist, dass ich zum letzten Mal englisch gesprochen habe. Das Englisch der chinesischen Kollegen ist sehr unterschiedlich, manche sind wirklich schwer zu verstehen, andere wiederum sprechen durchaus besser als ich. Alles in allem fällt die Verständigung innerhalb Bosch relativ leicht, außerhalb, z.B. bei Taxifahrern, ist dies aber nicht so. Hier ist mein Zettel mit den wichtigen Orten das einzige Hilfsmittel zur Kommunikation.

Auch an das chinesische Kantinen-Essen gewöhne ich mich langsam. Heute mittag gab es dumplings, das sind kleine chinesische Maultaschen. Diese schmecken zwar ganz gut, aber kommen bei weitem nicht an die schwäbischen Maultaschen meiner Oma heran! Leider gibt es zu dem Essen nur zweimal pro Woche etwas zu trinken, aber das ist auch gar nicht nötig, denn überall stehen Wasserspender. Nur halte ich die Jahreszeit für zu warm um Tee zu trinken und eine Abwechslung zu lauwarmem Wasser wäre schön, aber das muss dann halt bis nach der Arbeit warten.


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