Nach einem erfolgreichen aber anstrengenden Arbeitstag gibt es doch nichts schöneres, als eine Runde in einem Swimmingpool zu schwimmen. Eben dies dachte ich und machte mich mit meiner neuen Health-Card auf, das Schwimmbad auszuprobieren.
Überrascht war ich von der Freizügigkeit der Chinesen. Es gibt nur eine Sammelumkleide, natürlich für Männer und Frauen getrennt und als Europäer wird man natürlich besonders beäugt. Daran habe ich mich allerdings schon gewöhnt und so tat ich es den Chinesen gleich und zog mich um. Nur meine Badeschlappen werde ich nie wieder vergessen, denn mangels Umkleiden gibt es auch keinen Bereich, der nicht auch mit Straßenschuhen betreten wird. Doch insgesamt sind die hygienischen Verhältnisse weit besser als erwartet, das Wasser ist nicht zu sehr gechlort und jeder duscht sich, bevor er ins Wasser steigt. Ich wurde sogar angehalten, mir eine Badekappe aufzusetzen, die ich für 35 RMB auch gleich erstehen konnte. Die Bademode ist allerdings allgemein zwei bis drei Jahrzehnte hinter der Europäischen und der geneigte Leser weiß, was das bedeutet.
Das Schwimmen tat dann auch sehr gut, es gibt ein großes 100 m Becken mit angenehmer Wassertemperatur und Nichtschwimmerbereich, in dem viele, auch erwachsene Chinesen schwimmen lernen. Nur habe ich gemerkt wie schlecht meine Kondition doch ist und mir vorgenommen, jetzt öfters Schwimmen zu gehen.
Morgen abend feiert mein Betreuer seinen Geburtstag und ich werde zum ersten Mal chinesisches Essen außerhalb der Kantine kennen lernen, worauf ich mich schon sehr freue. Am Freitag abend lerne ich dann endlich die anderen deutschen Praktikanten kennen, von denen die meisten wohl im anderen Werk sind. Letztlich kann ich sagen, dass ich mich innerhalb von zwei Wochen schon ganz gut eingelebt habe.
Verfasst von mfgpcm