Von Computerzeitschriften zu Armbanduhrenverschleiß

29.03.2011

Dank eines wunderbaren Geburtstagsgeschenks bin ich seit kurzem wieder Abonnent der Computerzeitschrift c’t, meiner Meinung nach die beste deutschsprachige Zeitschrift, wenn man sich allgemein über Hard- und Software informieren möchte.

Die c’t veranstaltet ein Projekt namens “Mach flott den Schrott 2″. Dabei können Projekte und Basteleien aus ausgedienter oder nicht mehr funktionierender Computerhardware eingereicht werden, um anschließend von einer Jury bewertet zu werden. Weitere Infos dazu finden sich auf der Projektseite www.machflott.de.

Da mich die kreativen Ideen der eingereichten Projekte immer wieder faszinieren, folge ich dem Projekt bei twitter. In der timeline fand ich nun die Empfehlung für eine wirklich sehenswerte Arte-Dokumentation “Kaufen für die Müllhalde”.  Die Dokumentation gibt interessante und aufschlussreiche Einblicke in die geschichtliche Entwicklung unseres Wirtschaftssystems. Sie zeigt, dass Glühbirnen über 100 Jahre alt werden können und Strumpfhosen keine Laufmaschen haben müssten. Sie behandelt das Problem der Entsorgung von Elektroschrott und beweist nebenbei und ganz am Ende, wie effizient russische Hacker Probleme lösen können. Allgemein geht es um den Begriff der geplanten Obsoleszenz, von dem ich bisher zwar noch nie etwas gehört, dessen Effekte mir rückblickend aber durchaus bereits aufgefallen sind.

Bei der Verlinkung auf den entsprechenden Wikipedia Artikel konnte ich es kaum fassen, als ich sah, mit welchem Produkt die geplante Obsoleszenz dort erläutert wird. Ich selbst habe die dort abgebildete Armbanduhr CASIO WaveCeptor seit Jahren jeden Tag an und meine Uhr sieht ebenso verschlissen aus. Aus Trotz werde ich meine Pläne, mir bei Gelegenheit mal eine neue Armbanduhr zu leisten, jetzt noch ein wenig verschieben.

Obsoleszenz


Städtereise Rom

20.09.2010

Nach der erfolgreichen Abgabe meiner Bachelorarbeit habe ich mir zusammen mit meiner Freundin eine fünftägige Städtereise nach Rom gegönnt. Da für die An- und Abreise bereits zwei Tage fast vollständig aufgebraucht wurden, blieben nur drei Tage Zeit, um die vielen Sehenswürdigen der Hauptstadt Italiens zu besichtigen. Von der körperlichen Anstrengung her gesehen war der Urlaub deshalb wenig erholsam, doch verschafft die Besichtigung einer so großen und geschichtsträchtigen Stadt eine Vielzahl von sehr schönen und interessanten Eindrücken, die die Strapazen wieder ausgleichen. Zudem konnten wir die verbrauchten Kalorien jeden Abend beim Genuss der italienischen Küche wieder sehr schmackhaft zu uns nehmen.

Natürlich konnte ich bei einer solchen Reise meine Kamera nicht zu Hause lassen und habe auch einige Fotos gemacht. Dabei sind auch die folgenden Panoramas entstanden, welche aus Einzelmotiven mit Hilfe der open-source Software Hugin erstellt wurden.

Für Interessierte: Die Fotos wurden mit der Kamera Ricoh Caplio R5 gemacht, der von Hugin abgefragte Brennweitenverlängerungsfaktor (englisch: Crop Factor) ist bei diesem Modell 6.08696, was bei kleinst möglicher Brennweite einem Öffnungswinkel von 63.44° entspricht. Diese Werte habe ich selbst berechnet, da ich sie nicht im Internet auffinden konnte. Weitere Hinweise zur Verwendung von Hugin, unter anderem zur Berechnung des oben genannten Faktors finden sich hier.

Nun aber genug der Worte, hier sind nun die Bilder, deren Entstehungsorte ich in der Karte am Ende des Artikels zusätzlich festgehalten habe.


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NXTexas – a LEGO Mindstorms Texas Hold’Em Dealer

29.04.2010

Heute war es endlich soweit: der NXTexas funktioniert!

NXTexas, das ist ein Texas-Hold’Em-Poker-Dealer, auf Basis von Lego NXT. Er entstand im Rahmen einer Studienarbeit an der DHBW-Stuttgart und wurde von einem Kommilitonen und mir innerhalb von zwei Semestern (an der DHBW entspricht dies 6 Monaten) entwickelt.

Nach der Hardware, welche im letzten Semester aufgebaut wurde, ist nun auch die Software fertiggestellt. Sie ist in Java auf der Basis des freien Frameworks lejos programmiert und besteht aus circa 20 Klassen. Inzwischen funktioniert auch die automatische Spielererkennung mittels Ultraschallsensor, die Berechnung der Auswurfgeschwindigkeit anhand der Spielerdistanz, die Erkennung des Füllstandes der Kartenfächer und nicht zuletzt die interne Kommunikation der beiden verbauten Steuergeräte bzw. NXT-Bricks über ein selbst entwickeltes bluetooth-Protokoll. Wie das ganze in der Ausführung aussieht, kann man in folgendem Video sehen:

Weiter Informationen zu der Studienarbeit finden sich auf der Projektseite code.google.com/p/nxtexas/. In den nächsten Wochen wird außerdem die Dokumentation der Software fertiggestellt werden (müssen), der erste Teil über die Hardware und Entwicklungsplattformen ist bereits auf der Projektseite einsehbar.


POVRay Projekt

20.04.2010

Für die Vorlesung Computer Graphics habe ich letzte Woche eine Semesterarbeit abgegeben, deren Aufgabe darin bestand, ein beliebiges Modell in POVRay zu erstellen. POVRay ist eine quelloffene RayTracing Software und  bietet somit eine der besten Methoden, realistisch aussehende Bilder zu erstellen.

Posaune auf Bühne, gerendert mit PovRay

Erstes Ergebnis der "Posaune auf Bühne"

Die Renderzeit, also die Zeit die das Programm zur Erstellung dieses Bildes brauchte, betrug circa 30 Minuten. Man kann allerdings noch weitere Funktionen einschalten, so wurden im folgenden Bild Photons, Radiosity, Media und Camera-Blur eingeschaltet. Die Renderzeit erhöhte sich nun auf 5:37 Stunden. Die Frage, ob sich die Vervielfachung der Rechenzeit wirklich geleistet hat, darf jeder für sich selbst beantworten.

Posaune auf Bühne, erstellt mit POVRay

Version 2 der "Posaune auf Bühne"

Zum Motiv: Da ich Posaune spiele und mir Anfang dieses Jahres eine neue Posaune, eine CONN 6H aus der Jahr 1968 (aber neu lackiert) geleistet habe, lag es natürlich nahe, diese zu modellieren.


Neuer Blog aus Indien

12.01.2010

Nachdem ich mich schon sehr lange nicht mehr hier gemeldet habe, möchte ich die Chance nutzen, einen Blog aus einer fernen Region vorzustellen. Ein guter Freund von mir berichtet dort über seine Erlebnisse in Indien, wo er zurzeit ein sechsmonatiges Praktikum absolviert.

incrediblefridays.blogspot.com

Viel Spaß beim Lesen!


Snowfix.tv

04.10.2009

Mein Aufenthalt in China ist nun schon mehr als vier Wochen her und die Theoriephase an der DHBW hat wieder begonnen. Ich habe meinen Blog aber nicht nur wegen China angefangen und möchte nun auch wieder andere Themen, die ich interessant finde, veröffentlichen.

Und an dieser Stelle muss ich einfach mal den meiner Meinung nach besten Ski und Snowboard Podcast vorstellen. Ich habe ihn bei iTunes vor drei Jahren entdeckt, als ich nach meinem Skiurlaub noch voller Enthusiasmus war. Tim, Jools und Charlie, die drei britischen Moderatoren stellen auf witzige und unterhaltsame Weise Neuigkeiten aus dem Ski und Snowboardbereich vor. So werden Filmausschnitte von Veranstaltungen und Messen gezeigt und neue DVD-Erscheinungen vorgestellt. Allen, die sich für dieses Thema interessieren, kann ich nur einen Besuch der Seite www.snowfix.tv empfehlen.

Picture is taken from: http://www.facebook.com/photo.php?pid=9008545&id=14177600353


Farewell dinner

21.08.2009

Bereits am Mittwoch habe ich vor meinem Team eine 30-minütige Präsentation über die Ergebnisse meines Praktikums auf Englisch gehalten. Ich war ziemlich nervös deshalb, doch es lief ganz gut und die kleinen Fehler in meinem Englisch, die sicherlich zu finden waren, sind den chinesischen Kollegen wohl eher nicht aufgefallen.

Am Donnerstag hatte ich dann das Abschlussgespräch mit meinem Betreuer, der sich mit meinen Leistungen ziemlich zufrieden zeigte so wie ich mich mit der erhaltenen Note. Nachdem mein Betreuer alle möglichen Dokumente für die BA und Bosch unterschrieben hatte, hatte ich Zeit mich um einen Fahrer zum Flughafen zu kümmern und eine farewell-E-Mail zu verfassen. Außerdem galt es noch Daten zu sichern, wobei mir heute aufgefallen ist, dass ich prompt etwas vergessen habe, das ich aber von Deutschland aus noch laden kann.

Das team, in dem ich 3 Monate gearbeitet habe

Abends wurde von meinem team für mich dann ein farewell dinner veranstaltet. Wir sind chinesische Essen gegangen und danach auf meinen Wunsch noch zum KTV, also Karaoke singen. Allerdings war mein Betreuer leider nicht mehr dabei, er ist bereits auf dem Weg nach Deutschland. Ich hatte gehört, dass Chinesen total auf Karaoke abfahren und wollte das unbedingt noch miterleben bevor ich China verlasse. Und ich muss sagen, mein Projektleiter kann wirklich erstaunlich gut singen. Ich selbst habe “Right here waiting for you”, “Dancing Queen”,  “Country Roads”, “Heal the world” und als krönender Abschluss das “My heart will go on” gesungen. Auch wenn es mir viel Spaß gemacht hat zeugen die Videos die ich gemacht habe nicht wirklich von meinen sängerischen Qualitäten.

Rechts im Dunkeln bin ich beim Country Roads singen; das Video erspare ich euch

Ich finde die alle 2-3 Monate stattfindenden teambuilding events, zu denen auch mein farewell dinner zählt, eine großartige Idee. Zudem ist im September noch “outing”, bei dem das gesamte team einen Wochenendausflug unternimmt. Die Kosten dafür werden übrigens meistens vollständig von der Firma übernommen. Ich weiß nicht, ob das in chinesischen Firmen allgemein, oder nur bei Bosch in China gemacht wird, doch hilft es sicherlich, das team zusammenzubinden und könnte meiner Meinung nach auch in Deutschland übernommen werden.

Am Freitag abend wird dann noch Abschied von den anderen Interns genommen, am Samstag gepackt und am Sonntag ist checkout der Wohnung und die Fahrt zum Flughafen steht an. Sebastian hat den gleichen Rückflug wie ich. Wir wollen schon um 14:00 Uhr in Suzhou losfahren, am Flughafen das Gepäck einchecken um dann noch in den Genuss des 430 km/h schnellen Maglev zu kommen. Dieser verbindet den Pudong Airport mit der Innenstadt von Shanghai, wo wir unser letztes Abendessen geniesen wollen, bevor das Flugzeug um 23:55 Uhr startet.

Schon jetzt habe ich ein lachendes und ein weinendes Auge wenn ich daran denke, China zu verlassen. Einerseits freue ich mich wieder sehr auf Deutschland, meine Freundin und die Familie und Freunde, den Sprudel und die Brezeln, und die Leute um einen herum zu verstehen; Andererseits hat es mir in China gut gefallen, ich habe mich gut eingelebt, viele neue Freunde gefunden und es gibt noch eine gewaltige Menge zu sehen, für die ich nun leider keine Zeit mehr habe.

eine großartige Id.ee

Tongli

21.08.2009

Bereits letzten Samstag habe ich zusammen mit ein paar anderen Praktikanten die Wasserstadt Tongli besucht. Zwar hört man oft, Suzhou selbst sei das Venedig des Ostens, eigentlich sind es jedoch die kleinen Städte in Suzhous Umgebung.Von diesen ist Tongli wohl die Berühmteste und liegt circa 40 km südlich von Suzhou. Die Taxifahrt kostet grob 100 RMB, wenn man zu viert fährt ist die 30 minütige Fahrt für 2,50 € pro Person zu haben.

Tongli, Danke an die Fotografin Anna

In Tongli selbst, für dessen Altstadt man 80 RMB Eintritt bezahlen muss, gibt es zahlreiche Gärten und Tempel zu besichtigen. Hat man jedoch einen Garten gesehen, so sind die anderen nichts besonderes mehr, denn mehr oder weniger sehen alle gleich aus.

In dem ersten Garten haben sich vier Praktikantinnen traditionelle, chinesische Kleidung geliehen, und der andere Praktikant und ich hatten das Vergnügen, mit insgesamt 6 Kameras bewaffnet Fotos zu schießen. Ein paar davon sind allerdings auch ganz ansehnlich geworden…

Die vier Praktikantinnen in den geliehenen Gewändern

In Tongli gibt es weiterhin das erste chinesische Sex Museum, das natürlich auch besucht werden musste. Die Ausstellung fand ich jetzt nicht besonders aufregend, die meisten Exponate waren aus der Antike.

Anschließend leisteten wir uns noch eine Bootsfahrt auf dem Kanal, und man kam sich auch wirklich ein wenig wie in Venedig vor. Danach fuhr ein Teil bereits nach Hause, während ich mit der anderen Hälfte noch chinesisch Essen gegangen bin. Insgesamt war es ein wirklich schöner Ausflug, auch dank des hervorragenden Wetters.

auch das sieht man noch in Tongli


3-Tage-Trip nach Beijing

10.08.2009

Es ist Montag abend und ich bin ziemlich müde denn ich bin erst heute morgen um 6:15 Uhr in Suzhou angekommen und war den ganzen Tag arbeiten. Doch von vorne:

Letzten Donnerstag bin ich mit vier weiteren Praktikanten zu einem Wochenend-Trip nach Beijing, also circa 1030 km nach Norden aufgebrochen. Da die Flüge relativ teuer sind und man bei dem Nachtzug mehr Zeit spart, entschieden wir uns für diese Alternative. Der Nachtzug Z86 fährt um 19:55 in Suzhou ab und kommt am nächsten Morgen um 6:48 in Beijing an. Ein Softsleeper, also ein relativ bequemes Bett mit 4 Betten pro Abteil kostet 452 RMB, also circa 45 Euro. Für 90 Euro nach Beijing und zurück kann man eigentlich nicht meckern. Schlafen konnte ich allerdings auf der Hinfahrt trotz ein paar Absacker-Bierchen kaum, auf der Rückfahrt gelang mir das seltsamerweise besser.

In Beijing angekommen führte unser erster Weg in die Jugendherberge am Qian Men, die ziemlich zentral gelegen ist. Nach einem guten Frühstück ging es los, den Tian’anmen,  den Platz des himmlischen Friedens und die verbotene Stadt zu besichtigen. Dieser geschichtsträchtige Platz (die deutschen wikipedia-Seiten sind übrigens problemlos lesbar aus China) ist der größte Platz der Welt und auf ihm befindet sich das Mao Mausoleum. Davor war dann auch die wohl längste Warteschlange der Welt, sie ging mindestens einmal rund um das nicht ganz kleine Gebäude.

Bevor wir die verbotene Stadt betreten konnten überraschte uns ein Platzregen, der den Vorplatz kurzerhand in einen See und meine Schuhe in vollgelaufene Boote verwandelte. Zum Glück blieben die Temperaturen einigermaßen warm, so dass alles auch schnell wieder trocken wurde. Einen Vorteil hatte der Regen wahrscheinlich: die verbotene Stadt war nicht so voll, wie zu erwarten gewesen wäre. Insgesamt ist der Kaiserpalast ein ziemlich beeindruckender Komplex, auch wenn sich die einzelnen Gebäude sehr gleichen.

Nachdem wir eine echte Peking Ente gegessen hatten, ging es mit der U-Bahn Richtung Olympiastadion. Die gesamte Anlange ist architektonisch interessant, doch die Sicht reichte trotz vorherigem Regen kaum 3 Blocks weiter; hier Sport zu treiben stelle ich mir ziemlich anstrengend vor.

Am nächsten Tag hieß es schon sehr früh aufstehen, da wir eine Reise der Jugendherberge zur Chinesischen Mauer gebucht hatten. Die Mauer kann man an 3 verschiedenen Stellen besichtigen. Badaling ist die, die am nächsten an Beijing liegt aber wohl auch unglaublich überlaufen ist. Etwas weniger los ist in Mutianyu doch wir besuchten Simatai und Jinshanling. Das Schöne hier ist, dass wirklich kaum jemand dort unterwegs ist, abgesehen von den vielen fliegenden Händlern. Außerdem kann man in Simatai starten und dann circa 10 km, für die man allerdings auch ungefähr 4 Stunden braucht, nach Jinshanling laufen.

Die 5000 km lange Mauer ist wohl das beeindruckenste, was ich in China bislang gesehen habe. Sie wurde in nur 10 Jahren von 800.000 Arbeitern als Wall aus Lehm, Geröll und Steinen aufgebaut und erst später mit Steinplatten ummantelt. Wenn man auf ihr läuft, bzw. die unzähligen hohen und schmalen Treppenstufen auf und nieder steigt, bekommt man ein Gefühl wie viel Arbeit wohl für den Bau nötig war.

Bevor wir uns dann mittags im Restaurant stärken konnten, überquerten wir auf einer Hängebrücke einen Stausee. Gleich daneben kann man für 30 RMB mit einer Tarzan-Bahn, also einem Stahlkabel an das man mit einem Klettergurt gekettet wird, quer über den Stausee zum Restaurant gelangen. Eine Chance, die ich mir natürlich nicht entgehen lassen wollte und für die ich letztlich auch noch einen tapferen Mitstreiter fand. Spaßig war es auf jeden Fall, auch wenn man nicht zu viel über chinesische Ingenieurskünste nachdenken darf. Am Abend habe ich dann bemerkt, dass auch in China Sommer ist und man von zu viel Sonne Sonnenbrand bekommt, was in den Städten dank Smog kein Problem ist.

Abends haben wir dann noch den Night Market besucht, gleich neben der großen Einkaufsstraße kann man hier allerlei Fleisch, Früchte und anderes Getier am Spieß gebraten essen. Neben Schlage, Schlangenhaut, Seidenraupen, Seepferdchen und Aalen gab es auch Skorpione. Einen solchen Spieß konnte ich mir nicht entgehen lassen und ganz ehrlich, in Öl gebraten und mit Salz überstreut schmecken Skorpione wirklich lecker. Leben tue ich auch noch, hatte also Glück und habe keinen giftigen erwischt.

Am Abend haben wir ein deutsches Restaurant namens “Schindlers Tankstelle” besucht, in dem ich seit langem mal wieder einen ganz passablen Rostbraten mit Spätzle gegessen und ein Weißbier getrunken habe. Die deutsche Küche hat ganz klar ihre Vorzüge! Anschließend ging es weiter in das beijinger Nachtleben. Gleich beim worker’s stadium befinden sich die beiden Discos VICS und MIX und wir entschieden uns spontan, die zweite zu besuchen. Vielleicht lag es auch am Namen…

Am nächsten Tag besuchten wir noch den Sommerpalast. Dieser befindet sich ein wenig außerhalb und direkt an einem See. Auch dort wurde wir wieder von einem starken Regen überrascht, doch diesmal blieben wir ganz gemütlich unter einem Dach stehen. Anschließend ging es zum Gepäck holen in die Jugendherberge und um 19:35 mit dem Nachtzug Z85 wieder zurück nach Suzhou. Alles in allem ein anstrengendes, aber auch sehr schönes Wochenende.


Sightseeing in Suzhou

26.07.2009

Nach einem gelungenen Freitag Abend, an dem ich zum ersten Mal in meinem Leben in einem Teppanyaki-Lokal gegessen habe, bei welchem das Essen auf einer heißen Eisenplatte direkt vor einem zubereitet wird, folgte am Samstag eine kleine sightseeing tour durch Suzhou.

Teppanyaki

Das Teppanyaki hatte ich mir allerdings ein wenig spektakulärer vorgestellt, nachdem auf dem Flyer eine große Stichflamme über der gebratenen Banane zu sehen war. Doch unser Koch erklärte uns, anzünden sei ihm verboten. Schade. Danach ging es noch in eine relativ noble Disco mit dem Namen “New Scarlett”, die am Li Gong Di neu aufgemacht hatte. Chinesische Discos sind anders ausgestattet als “Westliche”. Es gibt keine Tanzfläche, sondern alles steht voller kleiner Stehtischchen, an denen oft Würfelspiele gespielt werden. Ein schöner Abend wurde es trotzdem.

Am Samstag machten wir, mein Mitbewohner, zwei weitere Interns und ich uns also auf, ein wenig mehr von Suzhou zu sehen. Zuerst ging es auf den Tiger Hill, den ich ja bereits im Regen schon einmal besucht hatte, siehe dazu hier. Bei gutem Wetter und gemeinsam mit anderen machte der Besuch aber zweifellos mehr Spaß. Weiter ging es dann zur Shantang Jie, einer wunderschönen Strasse. Im Gegensatz zu der berühmteren Shi Lu, kostest sie keinen Eintritt, bietet aber genau so viel zu sehen und je weiter man läuft desto traditioneller und ländlicher werden die Läden. So findet man zu Beginn noch viele Perlen- und Seidengeschäfte, viele auch eindeutig auf Touristen ausgelegt. Diese verschwinden langsam und man sieht mehr Obst, Brote, alte Elektrogeräte und lebendes Geflügel im Angebot.

Typische Aussicht in Suzhou

weiter hinten in der ShanTang Jie, wo es etwas ländlicher wird

Die nächste Station war das Pan Men, das einzig erhaltene Stadttor, welches sowohl den Fluss als auch die Straße kontrollierte. Außerdem befindet sich dort, im Südosten der Altstadt, ein schöner Garten sowie eine Pagode.

Nach einer Stärkung sind wir dann abends noch in den Garten der Netze gegangen. Dieser Garten ist der einzige, der abends noch offen hat. In ihm finden an acht Stationen kurze traditionelle Aufführungen von Musik, Tanz und Theater statt. Die kurzen und wohl auch witzigen Theaterstücke sowie ein Zitter-ähnliches Instrument haben mir besonders gut gefallen, so dass dies auch einen schönen Abschluss unserer Tour bildete.

Schade, dass ich das Video nicht bereitstellen kann, es klang wirklich erstaunlich modern...

Garten der Netze bei Nacht

Heute, am Sonntag, ist mal aufräumen, waschen und putzen angesagt, denn nächste Woche werden wir vielleicht eine Mitbewohnerin hinzubekommen! Bei meinem Projekt bin ich in letzter Zeit sehr mit meinem Bericht beschäftigt gewesen, da es ein paar Probleme mit der Hardware gab und ich so meine Software nicht wie gewünscht testen konnte. Dies sollte aber nächste Woche wieder möglich sein und ich hoffe sehr, dass alles so funktioniert wie ich mir das vorstelle.


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